Raffinierte Fette – die heute noch übliche Handelsqualität

Wenn Du heute im Supermarkt Öl kaufst oder Produkte die mit Öl oder Fett zubereitet wurden, dann werden diese Öle zum größten Teil so produziert:

Reinigung

der Ölsaat vom Staub und Fremdstoffen

Erhitzen

und zerkleinern der Ölsaat um die Ölausbeute zu steigern. Die so genannte Heißpressung, in diesem Schritt sind bereits Enzyme und die meisten Nährstoffe zerstört.

Bei der Kaltpressung kommt die Saat ohne vorher erhitzt zu werden in die Presse. Alle nachfolgenden Verfahren können identisch sein !

Ölgewinnung

mittels Schneckenpresse. Dabei wird das Öl von den festen Bestandteilen dem Presskuchen getrennt. Durch Druck und Reibung entstehen sehr hohe Temperaturen in der Ölmühle, dabei werden wichtige Nährstoffe zerstört und das Öl denaturiert. Pflanzenöle sind sehr temperaturempfindlich. Man sieht es ihnen nicht an, aber sie oxidieren bereits bei Temperaturen über 42 °C. Dieser Oxidationsprozess erzeugt freie Radikale, welche unsere Zellen massiv schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen.

Erst mit der wassergekühlten Ölmühle ist es möglich die Temperatur während des gesamten Produktionsprozesses unter 37 °C zu halten. Lein und Hanf können so bei 30° und noch darunter gepresst werden.

Lösemittel

wird dem Presskuchen zugesetzt und der Presse wieder zugeführt um so noch mehr Öl zu gewinnen. Der größte Teil des Lösemittels wird zwar in den nachfolgenden Schritten wieder entfernt aber ein kleiner Teil verbleibt trotzdem im Öl.

Der mit Lösemittel verschmutzte Presskuchen wird als Tierfutter verwendet. Falls Du Fleisch und Wurst isst, solltest Du dir gut überlegen ob Du wirklich die billige Ware im Supermarkt kaufst.

Bei Ölen mit Bio Siegel ist zumindest der Einsatz von Lösemitteln verboten.

Filtern und Entschleimen

mit Phosphaten oder Zitronensäure. Dabei werden wertvolle Fettbegleitstoffe wie z.B. Lecithine abgespalten aber auch fettlösliche Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe.

Lecithine sind wichtiger Baustoff für  unsere Zellmembran und einen Teil der Zellorganellen, insbesondere den Mitochondrien. Somit ist Lecithin für eine optimale Zellfunktion unerlässlich. In der Industrie werden Lecithine benötigt um Fett mit Wasser zu vermischen. Lecithin verbirgt sich übrigens hinter dem Lebensmittelzusatzstoff E322 und ist auch in Bio Produkten erlaubt. Lecithin wird auch in der Kosmetik, Medizin, Futtermittelindustrie genutzt und wird als Nahrungsergänzung verkauft. 1925 war es erstmals möglich Lecithin industriell aus Pflanzenöl zu isolieren.

Neutralisieren

mit Soda oder Natronlauge. Dabei werden die Fettsäuren chemisch umgewandelt, das heißt verseift. Die flüssige raffinierte Seife wird anschließend abgetrennt.

Bleichen

mit Wasser und Zusatz von Bleicherde und anschließendes Entfärben in der Filterpresse. Dabei werden unerwünschte Farbstoffe wie z.B. Chlorophyll und Carotinoide vom Öl abgetrennt, da jede Charge gleich aussehen soll. Diese Farbstoffe sind wichtige Antioxidantien, die wir zum Neutralisieren freier Radikale benötigen.

Desodorieren

ist ein sehr aggressives und aufwendiges Verfahren bei dem mit 220 -240 °C heißem Wasserdampf die letzten unerwünschten Stoffe aus dem Öl entfernt werden. Spätestens bei diesem letzten Schritt der Raffination bilden sich die aggressiven Transfettsäuren.

Entstanden ist ein künstliches Fett was sich immer noch „reines Pflanzenöl“ nennen darf, dass aber verheerende Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat. Es hat immer die gleich in Farbe, den gleichen Geschmack, ist sehr lange haltbar, hoch erhitzbar und billig.

Das so gewonnene „Öl“ ist eigentlich nur das Abfallprodukt. Ihre Gewinne erzielt die Öl Industrie mit Tierfutter, Lecithin und Seife. Wenn man bedenkt wie riesig der Markt alleine für Lecithin ist, und der Lecithin Anteil in Öl gerade mal 2-4% beträgt, kann man erahnen wie riesig die Menge an denaturiertem billigem Öl ist, welches über den Supermarkt entsorgt werden muss.